DIE EINE BOTSCHAFT
 
 
 
 
 
 
 
 
 

DIE BOTSCHAFT DER MYTHEN
VON DER RELATIVITÄT DER REALITÄT

(DER WEG ZUR VOLLENDUNG, ZUM EWIGEN LEBEN)







DIE UNENDLICHE WELT

Es ist überall. Es erstreckt sich in jede erdenkbare und nicht erdenkbare Richtung. Es ist das ganz Große, Ewige, die nie und nirgends endende Welt von Formen und Mustern, wie sie aus der Kommunikation der Kräfte des Universums entstehen. Nach Kraftgesetzen geformt, kehren ähnliche Strukturen immer wieder, doch, entsprechend den sich ändernden Kräftekonstellationen, immer anders, wie die Winde, Wolken, Strömungen, Schwärme, Sümpfe, Wälder, Flüsse, Blätter, Risse, Sprünge, kristalline oder organische Strukturen, alles Formen des Lebens, die Felsen mit ihren Pflanzen drauf, das Gras auf der Wiese mit der Spur eines Traktors drin, all die Pflanzen, all die Tiere, all die Menschen, alles, was sie produzieren, alles, was daraus wird, kleine Muster, große Muster, Systeme, die ganzen Kreisläufe der Natur, wie sie ineinander übergehen, wie alles ineinandergreift, aufeinander einwirkt. Es hat kein Ende und es hat keinen Anfang. Wir sind, wo wir sind und in jede Richtung geht es hinaus ohne Ende. Wir können der Welt nicht entrinnen. In welche Richtung wir uns auch bewegen, es ist die Welt. Auf einem geistigen Trip durch sie können wir ihre Unendlichkeit und Ewigkeit erfühlen, indem wir eintauchen in das endlose Meer von Formen, sie vor unserem geistigen Auge erstehen lassen, ihnen zuhören, sie riechen, schmecken, betasten, sie wahrnehmen. Dann sind wir drin in einer anderen Welt, die doch wieder diese ist. Die Welt ist unendlich reich an Formen und Dimensionen. Es gibt da nicht nur die Zeit und den Raum, wie heute die meisten Menschen glauben, es gibt da noch alles andere. Es geht hinaus in jede vorstellbare oder unvorstellbare Richtung. Es geht nicht nur hinaus in den Weltraum, dessen Grenzen man heute glaubt messen zu können, als ob das etwas besagte. Als ob ein Mann, der in einem Elektron säße und die Grenzen des Elektrons vermäße nicht glaubte, er kenne das Ende der Welt.

Früher haben die Leute geglaubt, die Erde sei eine Insel und alles sei innen. Sie lebten auf der Innenseite der Welt, die sich über ihnen schloß durch das Firmament. Irgendwie hatten sie recht. Sie lebten in einer Innenwelt und wir leben immer noch in einer Innenwelt, wenn wir mit den heutigen Astronomen glauben die Grenzen des Universums zu kennen. Und wir werden immer in einer Innenwelt leben, denn es gibt kein Entkommen aus der Welt. Aber die Grenzen sind eine Illusion. Die Wissenschaftler sind an eine Hülle vorgestoßen, die sie Weltall nennen und einen Kern der Photon heißt oder wie immer. Die konventionelle Weltsicht treibt die Wissenschaftler nur in die Richtungen Zeit und Raum und nur wenige gehen andere Richtungen, die herausführen aus Zeit und Raum und aus der Illusion der Endlichkeit.

Aber schon immer gab es Menschen, die durch ihre "Geisteskraft" verwirklichten, was sie sich vorstellen konnten und mehr. Und es gibt auch heute noch solche, die es können, wie einst Elias.

Aber der Schritt über unsere Grenzen hinaus ist- schwer. Wir müssen auf alles vorbereitet sein, wenn wir nicht blindlings das Risiko des Todes eingehen wollen. Für jeden Schritt über uns selbst hinaus brauchen wir Kraft, damit wir nicht mittendrin an uns zu zweifeln beginnen und damit dem Widerstand, den wir zu überwinden versuchen, erlauben uns zu überwältigen. Die Begegnung mit den anderen Welten jenseits unserer Grenzen kann uns in Stücke reißen, wenn wir unserer selbst nicht sicher sind. Die Wahrnehmung der Unendlichkeit der Welt und unserer Verlorenheit in ihr könnte uns zu Tode erschrecken, ganz abgesehen von den Gefahren, die in einer Welt jenseits der konventionellen auf uns lauern könnten, für deren Bewältigung wir noch nicht stark genug sind. Es gibt nur eine Art uns vorzubereiten auf das Überschreiten der Grenzen der konventionellen Welt. Wir müssen zuerst die uns bekannte Welt durchdringen, uns ohne Zweifel in ihr zurechtfinden und langsam die Wirkung der außerhalb der Konventionen liegenden Welten fühlen lernen, indem wir uns von allen sozialen oder anderen Zwangsformen, von allen Vorurteilen befreien, indem wir uns selbst mehr und mehr zum Durchbruch bringen. Nichts darf uns hypnotisieren. Anders geht es nicht. Wir müssen uns stärken, indem wir die Herausforderung dieser Welt annehmen. Dazu müssen wir in dieser Welt verwirklichen, woran wir glauben, in dieser Welt unsere Form vollenden, an die Spitze vorstoßen, indem wir unser Wissen um die Kraftgesetze benutzen für unsere Selbstverwirklichung und nicht zaudern wie Arjuna in der Bhagavadgita, der sich, eben weil er diesen Gesetzen gefolgt war, plötzlich auf dem Schlachtfeld fand mit der Aufgab, gegen seine eigene Familie auf Leben und Tod zu kämpfen. Wie Arjuna müssen wir uns durch Krishna, dem göttlichen Funken in uns, etc. erklären lassen, daß die Wahl bereits hinter uns liegt, daß wir nun handeln müssen, über uns selbst hinausschreiten müssen ohne verspätete Reue, ohne Rücksicht auf Konventionen.

Wir alle kommen irgendwie beschädigt, mit einem Mangel auf die Welt, Das müssen wir anerkennen, unser Schicksal akzeptieren, unser "Kreuz" tragen. Wenn wir die Herausforderung des Lebens: annehmen, können wir unsere Feinde, die an unseren Schwächen nagen, besiegen, einen nach dem anderen.

Es ist eine harte Arbeit, den Willen so zu trainieren, daß wir uns ganz auf Kraft ausrichten, aber wenn wir es bewußt tun, ist es nicht wie bei Sisyphos. Der Stein rollt nicht zurück. Aber der Weg zur Kraft, den wir gehen müssen, hat kein Ende, denn es gibt kein Ende in diesem Universum.

Wenn unsere gegenwärtige Form vollendet ist, haben wir genug Kraft in uns über sie hinauszusteigen, durch Kommunikation mit neuen Kräften unsere Möglichkeiten zu erweitern. Es gibt keine Grenzen so lange wir unsere Schwächen mit Kraft füllen. Wir können in jede Richtung gehen, aber doch haben wir nur eine Freiheit: Wenn wir weiterleben wollen, müssen wir unsere Kraft aufbauen und dazu voll aufmerksam werden auf all die uns umgebenden Kräfte.
 
 

DIE ALTERNATIVE

Wenn wir die Formen der Welt und die ihnen zugrundeliegenden Kräfteverhältnisse erkannt haben, wissen wir, was wir zu tun haben. Wir müssen die Verantwortung für unser Leben übernehmen, wenn wir nicht verdammt sein wollen zu sterben. "Verdammt sein" oder "Hölle" nennt es der Mythos, es ist das ständige Leid und Grauen der Verweigerung. Wir haben nur eine Wahl: die zwischen Leben und Tod. Wir haben die Wahl, den Anforderungen des Lebens auszuweichen, aus dem Leben auszusteigen. Und davor warnen die Mythen vom ewigen Leben und der Wiedergeburt, auch wenn ihre Formulierungen das oft nicht mehr erkennen lassen. Wir haben die Wahl auszusteigen, nein zu sagen, einzugehen, vielleicht immer wieder von vorn anzufangen wie Sisyphos, oder wir haben die Wahl, ja zu sagen, jetzt und immer, nie mehr nein zu sagen, aufmerksam alles zu beachten, gut zu werden, ständig unsere Kraft zu mehren. Wenn wir unsere Kraft nicht mehren, werden andere Kräfte sich an uns mehren.

So lange wir uns nicht entschlossen haben, den Weg zu gehen, werden wir umherirren in unserem Leben, von Phantomen gejagt, aber jeder Schritt auf dem Weg ist ein Schritt im "Himmelreich". Die Botschaft ist da, jederzeit und überall, aber nur wenige hören sie. Es ist wie Lao-tse es beschreibt: "Wer den Weg nicht sieht, lacht laut, wenn er von ihm hört."

Der einzige Gradmesser dafür, ob wir auf dem richtigen Weg sind, ist unser Gefühl, die Wahrnehmung der Einwirkung der Kräfte der Welt, die wir daran hindern müssen, in unsere Schwächen einzuhaken, indem wir uns ständig stärken.

Der "Gott", von dem sie alle reden, die Allmacht, sie steht uns zur Verfügung. Aber damit wir sie gewinnen können, müssen wir sie gewinnen, Schritt um Schritt. Und manche Menschen schaffen es. Es ist möglich. Es ist möglich diese uns bekannte Welt ohne Tod zu verlassen. Es ist nicht bloß eine Legende, die überall auf der Welt erzählt wird, es ist wirklich möglich. Und der Glaube an diese Möglichkeit schafft sie in Verbindung mit der Einsicht, daß die Alternative der Tod ist.
 
 

DER WEG

Wir beginnen unseren Weg da hin, indem wir anerkennen, daß wir Produkte, Geschöpfe, Kinder sind. Dann formen wir unser Leben, indem wir unsere Kraft in allen Bereichen vermehren. Wir entsagen den Vorurteilen all der anderen, die der Verneinung der Kraftanforderung, der Bequemlichkeit, dem Sich-Gehen-Lassen verfallen sind und billige Tröstungen dafür in Kauf nehmen im Vergleich zum wirklichen Leben, auf das sie von vornherein verzichten. Die meisten Menschen laufen mehr oder weniger dem goldenen Kalb nach, dem Mammon, dem Lebensstandard, den Werten der anderen und wissen gar nicht, daß sie viel mehr haben könnten, nämlich das Glück, dem Leben in jeder Phase gewachsen zu sein. Bis an ihr Lebensende begreifen sie nicht, um was es geht. Sie wollen gar nicht begreifen, denn der Gesang der Sirenen ist zu schön.

Aber Odysseus ließ sich festbinden, um nicht vom Weg abzukommen. Die Mythen weisen den Weg. Es ist ein Weg zur Kraft, d.h. zur Fähigkeit, allen Herausforderungen des Lebens wirksam begegnen zu können, und auf diese Weise so viel Kraft anzusammeln, daß keine Kraft der konventionellen Welt mehr lebensbedrohend ist.

Eine Theorie aufstellen, ein Buch schreiben, eine Karriere machen, es ist nichts, so lange ich meine Lebensweise auf die Werte der anderen zurechtstutze. Es kommt nicht auf den Erfolg an, sondern auf die Kraft, aber der Erfolg kann auf unserem Weg zur Kraft liegen, ein Weg zur Kraft sein, der bei den Erfolgen im Bereich menschlicher Werte nicht stehen bleibt, sondern weiterbaut in kosmische Dimensionen, wahrhaft seine Bestimmung erfüllt, die ideale Position einnimmt, völlig in die Gegenwart eintaucht.
 
 

UNSER WEGWEISER

Es ist ein Loch drin und das müssen wir ausfüllen, ein Loch im Kosmos und ein Loch in uns. Wir müssen sie zur Deckung bringen; das Loch in uns gleicht dem Loch im Kosmos aufs Haar. Wir müssen das Raumschiff, das wir sind, landen und unser Loch ist unser Landeprogramm, damit wir dort landen, wo wir passen. Das ist der einzige Weg. Er führt zur Ganzheit unserer selbst. Wir dürfen den Wegen unseres Herzens nicht länger ausweichen. Alle anderen Weg führen ins Nichts, in den Tod, ins Verderben. Wir können das Loch in uns jederzeit sehen, wenn wir es mit unseren Landeversuchen vergleichen. Was wir sehen, ist der Unterschied, das Loch, das wir ausfüllen müssen.

Das Loch in uns ist der Schatten des Filters, den wir benutzen, um uns gegen das Licht der Wahrheit abzuschirmen, es ist unsere Ausrede, mit der wir unsere Schwächen vor uns selber zudecken, die Schuld, die das Bewußtsein von diesem Versteckspiel ist, das negative Programm unserer persönlichen Geschichte, das das automatische Programm unseres Körpers behindert und uns durch seine ständige Repetition zu Stillstand bringt, uns den Weg versperrt zur Kraft.

Es ist nicht gut, dem Programm des Raumschiffs, das wir sind, entgegenzuarbeiten. Unser Körper ist bis ins. Kleinste programmiert. Jeder Versuch auszubrechen, ist Irrsinn. Und doch tun es die meisten Leute. Sie glauben, sie könnten ohne diesen Filter nicht leben und so können sie's auch nicht. Oder sie glauben, das Loch könnte gestopft werden durch eine Staatsaktion, ein politisches Ereignis, eine Revolution, als könnte die Gesellschaft unser Leben leben. Es gibt nur wenige Menschen, die sich ihrer Verantwortung für ihr Leben voll bewußt sind, die keine Ausreden mehr gelten lassen. Und es gibt noch weniger, die von sich sagen könnten, ihre Aufmerksamkeit sei vollkommen; fast alle klagen über Probleme. "Man kann nicht alles tun", sagen die meisten, dabei bräuchten sie gar nicht alles tun, sondern nur das Eine: die beiden Löcher in sich und im Universum zur Deckung bringen, ihrem biologischen Programm vertrauen, all die Entfremdung, Verdrängung, Angst auflösen, eine nach der andern und so ständig lernen, unvoreingenommen fühlen lernen. Wir müssen lernen, unsere eigenen Taten unbeurteilt zu lassen. Weder sollten wir uns gut vorkommen, wenn uns etwas gelingt, noch sollten wir uns selbst böse sein, wenn wir unterlegen sind. Es genügt, daß wir spüren, wie es wirkt, aber wir dürfen unsere Wahrnehmung nicht verschleiern durch Schuldgefühle oder Euphorie, die uns an die Vergangenheit binden und an deren Forderungen.

Der Weg in die Ewigkeit führt in die Gegenwart, in der wir zur reinen Aufmerksamkeit werden, zur reinen Wahrnehmung, in der wir schließlich unsere Form, d.h. unseren Körper, aufgeben, und jede andere Form annehmen können, wenn uns keine Hang-ups mehr aufhalten, keine Vorurteile mehr binden, weil wir keine Urteile mehr fällen, weil wir die automatische Steuerung eingeschaltet haben, unserem Landeprogramm folgen, das unser Schiff sicher ans Ziel bringt, in die Gegenwart, in die Ewigkeit.

Die automatische Steuerung nimmt den direkten Weg. Unser Hirn kann ihn nicht berechnen, wo unser Verstand doch mit den Kategorien der konventionellen Weltanschauung arbeitet und wesentlich an der Mitteilbarkeit des Gedachten orientiert ist. Wir müssen auf die Mitteilung verzichten, wenn wir auf automatische Kontrolle stellen. Wir können nur noch erleben. Das meint Lao-tse mit "Nicht-tun". Aber die Kraft dazu müssen wir uns langsam erwerben, indem wir Angst um Angst besiegen.
 
 

DIE BOTSCHAFT UND DIE RELIGIONEN

Das ist die wahre Lehre einer "katholischen" Kirche, der Gemeinschaft der "Heiligen", das ist die wahre Lehre aller Weisheit und Mythen, das ist die wahre Religion, die einzige, das ist der Weg zum ewigen Leben. Er geht durch diese Welt hindurch. "Nirvana" (= "er geht weg") bedeutet dasselbe: Wir gehen weg von der Lebensauffassung des goldenen Kalbs, indem wir unsere Bedürfnisse (Schwächen) erniedrigen und unsere Aufmerksamkeit (Kraft) erhöhen, weg aus dieser uns bekannten Welt, wohin die Kraft uns führt, die sich offenbart im Fühlen.

Der Weg zur Vollkommenheit ist heute kein Weg mehr für eine Gesamtgesellschaft, für die Massen. Obwohl jeder die Chance hat, obwohl die Botschaft überall ist, werden ihn nur wenige gehen. "Viele sind berufen, wenige aber auserwählt." Früher allerdings, in der Steinzeit und auch dort, wo sie heute noch herrscht, waren alle Krieger, engagiert im Kampf um Kraft, "Streiter für den lebendigen Gott"; auch damals erreichten nur wenige die Vollkommenheit, aber alle hatten ein erfülltes Leben. Heute ist die Massenideologie die des Playboys, des goldenen Kalbs. Die Massen suchen eine Ausrede, die es ihnen gestattet, ihre Widersprüche unerledigt zu verdrängen. Ihnen den Weg zu verkünden, ist lebensgefährlich: "Wenn ihr den Schatz den Schweinen vorwerft, werden sie sich umdrehen und euch zerreißen", sagte Jesus - und das taten sie mit ihm. Aber seine Vollkommenheit war so groß, daß der Tod ihm nichts mehr anhaben konnte, daß er wie schon viele andere vor ihm aus dieser Welt hinaustreten konnte, seine Form verlassen konnte. Seine Demonstrationen sind dokumentiert.

Um aus der Religion aber ein Geschäft für die Massen machen zu können, war es notwendig, die Möglichkeit, sich derart zu vervollkommnen wie Jesus, zu leugnen und diesen als einzigen "Sohn Gottes" zu verkünden, der der Menschheit nun endlich die wahre Moral gebracht habe, nach der sich jeder dauernd selbst beurteilen kann und soll, damit die Menschen sich schuldig fühlen und die Kirche brauchen, die ihnen dann wieder sagt, daß sie schuldig sind und bleiben werden. Schon näher an die Wahrheit kommen da die Hindus und Buddhisten, die einen göttlichen Funken in jedem annehmen, die allerdings auch die bittere Wahrheit des Todes im Fall der Verweigerung abschwächen und den Versagern eine weitere Chance versprechen in der Wiedergeburt.

Aber diejenigen, die sich selbst vor die Entscheidung gestellt sehen, müssen wissen, daß die Alternative zum ewigen Leben das Leid und der Tod ist, die "Hölle", die Nicht-Identität, wie immer man es nennen mag. Wir müssen unser Bestes geben, unsere Form vollenden, indem wir unseren Gefühlen folgen und unsere Aufmerksamkeit auf die Kräfte der Welt richten. Nur so können wir die Kraft aus uns heraus wirken lassen und schließlich die Schöpferkraft erreichen, den Eintritt ins "Nagual", ins "Nirvana", in dem alles gleich ist in seiner unendlichen Vielfalt. Das ist der "Weg aus dem Leid" des Buddha, der Weg in den Himmel der Christen und der Moslems und das ist der Weg zur Kraft des Indianers Don Juan, das ist der Weg zur Unsterblichkeit der alten Griechen. Er ist derselbe überall.
 
 

SCHWÄCHEN SIND ANGRIFFSPUNKTE

Es gibt keine Sonnenseite der Welt, denn die Sonne scheint rundherum - es gibt sie nur in der Erkenntnis des richtigen Weges, daß an der Schwäche des Einen sich das Andere stärkt. Krankheiten haken ein an den Schwächen, sie füllen die Marktlücken und helfen mit, die Wunder der Welt zu erzeugen. Sie sind nicht weniger schön als das Gesunde, ja sie sind gesund, wenn man sie aus ihrer Sicht betrachtet. Die Kraft läuft auch in diese Richtung. Beides ist drin, das sogenannte Gute und das sogenannte Böse und beide Formen können vollendet sein. Der Verfall ist so schön wie das Gedeihen, denn der Verfall des Schwachen ist das Gedeihen des Stärkeren, eine Struktur, die notwendig zum Wesen der Welt gehört.

Die am Verfall arbeiten, wie Bakterien oder Verbrecher können genauso zur Vollendung gelangen wie die, die in die "positive" Richtung arbeiten, wenn sie ihrem eigenen Programm folgen. Alle Welt kann zur Vollendung gelangen und jedes einzelne Wesen, aber was die Vollendung ist, können wir nicht voraussagen, denn die sich ständig ändernde Kräftekonstellation in der Welt spiegelt sich in uns wieder in Form der Wahrnehmung, der Gefühle; das ist das "Loch", das Landeprogramm, die Herausforderung des Lebens, deren Erfüllung der ständige, unaufhörliche Weg zur Kraft ist.

"Luzifer" war sehr hoch auf diesem Weg. Was immer er war, er hatte große Kraft und glaubte sich messen zu können mit seinem Schicksal. Er hat sich der Kraft verweigert, sich abgekehrt vom Weg und weil er sich damit eine Blöße gab, hat eine größere Kraft an dieser Stelle eingehakt und ihn zurückgestürzt. Die Schwäche des Götzen Mammon in seiner Pracht und Herrlichkeit ist es, nicht zu begreifen, daß die Kraft und das Glück im Geben liegt, in der Erfüllung der Herausforderung des Lebens.

Wie immer man es sagen will, es ist die Verweigerung der Vollendung, die Abkehr vom Leben, die zur Welt so notwendig gehört wie die Bejahung. Und doch ist es Satan, die Verweigerung und doch ist es das Verderben, der Tod, die Hölle.

Davon zeugen all die alten Mythen. Die Botschaft ist immer weiter gegeben worden und sie ist unter uns. Ihr Weg führt in die Gegenwart, dahin, daß wir ihr das volle Augenmerk schenken und uns durch die Toten nicht beirren lassen.
 
 

WIE GEHT DER WEG?

Wir brauchen auf nichts zu verzichten, aber wir müssen etwas tun, um es zu erlangen.

Manche haben es vielleicht von Natur aus leichter, weil ihnen die Zweifel an der Möglichkeit der Vollkommenheit nicht anerzogen worden sind, weil sie nicht eingeschüchtert worden sind. Andere erhalten ihre Chance durch Strömungen der Kraft, wie sie uns auf unseren gewöhnlichen Wegen begegnen, wie von Fortunas Zauberstab getroffen, wenn immer wir das Glück haben, ganz gleich in weicher Position wir uns befinden, ob arm, ob reich, immer haben wir die Chance den Weg zu erkennen, denn die Botschaft ist da. Es ist ein Glück, wenn wir sie begreifen.

Nun, wie geht der Weg? Was muß ich tun? "Könnte man nennen den Namen, wäre es kein ewiger Name, könnten wir nennen den Weg, wäre es kein ewiger Weg." (Lao-tse). Der Weg ist ohne Namen, jeder muß ihn für sich selber finden, denn sein eigenes Muster ist es, das er entwickeln muß in Kommunikation mit allen Kräften der Welt. Jeder hat den Wegweiser in sich in Form seiner Gefühle. Wir können niemand darum fragen, wir müssen den Weg gehen, lernen unsere Schwächen durch Kraft zu ersetzen. Wer damit beginnt, wird schließlich auch Lehrer finden, die ihm auf seinem Weg weiterhelfen, denn er wird von allem lernen. Er wird ein Krieger werden und der Krieger wird um Hilfe schreien lernen hinaus in eine andere Welt, die unsere jetzige Vorstellung übersteigt. Und sein Hilferuf wird gehört werden von Kräften, die er nicht begreifen - nur erleben kann und er lernt ihren Weg.

Ist es Zauberei? Es ist der Name Gottes, den niemand wissen darf. nämlich, daß sie real ist die andere Welt und der Weg- zu ihr. Es ist der durch Erfahrung belegte Glaube daran, daß es möglich ist, daß Menschen diesen Weg gehen können, Raum und Zeit überwinden. Zauberer, Medizinmänner, Heilige, Gralsritter, Engel, himmlische Heerscharen, sie spüren die Anforderungen der Kraft, wie es die Rufe von Menschen sind, die ernsthaft zu rufen - oder wie man früher gesagt hat zu "beten" verstehen. Der Gralsritter wird vielleicht nicht auf einem Schwan dahergeritten gekommen wie Lohengrin, aber auf irgendeine mysteriöse Weise, die wir nicht begreifen können, wird es zu einer Begegnung kommen. Der Weg des Lehrers und der des Suchenden werden sich kreuzen. Diese Erfahrungen stecken hinter all den auf der Erde verbreiteten Heiligenmythen. Wenn wir uns entschlossen haben, die Herausforderung des Lebens anzunehmen, müssen wir lernen, die Welt unkonventionell zu sehen, in ihrer wahren Unendlichkeit in jede Richtung.
 
 

IDEOLOGIEN

Ideologien, die Werte anderer, den Mammon, den Versucher, den Satan, das goldene Kalb, die Entfremdung, alles, was uns vom. Wesentlichen abhält, nämlich höchste Kraft zu erreichen, müssen wir überwinden im Bewußtsein, daß unsere Selbstverwirklichung, unser Weg zum Selbst, zum "ich bin der ich bin" ein harter Weg ist. Es wird uns nichts geschenkt. Wer sich zu dem Weg entschlossen hat nach rationaler Überprüfung der Fakten, kann nicht mehr eine Ausrede suchen wie die Massen, die ihre Ängste nicht überwinden, weil der Widerstand, den die Wirklichkeit bietet, sie dazu verleitet, ihn nicht zu überwinden und statt dessen die Aufmerksamkeit abzuwenden, die Widersprüche zu verdrängen. Aber so verlieren sie ihr Leben mehr und mehr in der Vergangenheit. Und aus der müssen wir heraus. Wir haben keine Wahl, als uns für das Jetzt zu entscheiden und Ausreden und Verdrängungen aufzugeben. Nur so geht es. Beweg dich, wenn du in der Hölle lebst! Das ist das Rezept, nicht nur für einige exzentrische Außenseiter, sondern für alle. Ist es nicht wert, sich anzustrengen, um sich besser zu fühlen?

Das Leben ist kein Schlaraffenland und das Paradies kann nie eines sein, denn das Leben ist notwendig und natürlich ein Kampf auf Leben und Tod - leben wir doch alle vom Tod, bis wir die Kraft verlieren und etwas anderes von unserem Tod lebt. Und wir müssen lernen, wie es geht. Schließlich können wir es. Wir lösen unsere Vorurteile auf, in dem wir unsere Aufmerksamkeit auf die Instrumente des Raumschiffs richten, das wir sind, und genau das lernen, was unsere Gefühle uns befehlen. Das ist der Weg. Es ist unmöglich allgemeine Ratschläge zu geben. Wir können nicht generell sagen "es ist Sex für alle" oder etwas Ähnliches, wie wir immer wieder in Büchern lesen können, auch der Weg über diese sichtbare Welt hinaus ist nicht ein Weg für alle. Die Wege, die Interessen, die Muster, die die Menschen bilden, sind verschieden und auf allen möglichen Wegen sind Höhepunkte möglich. Die Vollendung des eigenen Musters, die Vollendung der eigenen Form liegt darin, daß wir unser Schicksal akzeptieren und es verbessern bis wir schließlich "unsere Form verlieren", wie Don Juan es ausdrückt, uns in der Anpassung vollenden, es mit der Anpassung aber nicht in den konventionellen Dimensionen bewenden lassen, sondern über die Phase der Macht hinaus aufsteigen in der Pyramide der Kraft. Die höchste Aufmerksamkeit führt zur besten Anpassung, zum höchsten Rang in der Kraftordnung der Welt, bis der vollkommene Krieger schließlich den Blicken der konventionellen Welt entschwindet. Es klingt fantastisch, ist aber nur logisch. Ideologien, der Lebensstandard, die Psychotherapie und alle Arten von Methoden führen nicht heraus aus der Entfremdung. Das ist der Schritt, den jeder allein tun muß, indem er den Weg zur Kraft einschlägt. Jeder muß bei sich selber anfangen, bei den eigenen Gefühlen, denn sonst gibt es keine Richtschnur.

Unsere automatische Steuerung ist kein Sich-Gehen-Lassen in Stimmungen, sondern allzeit bereit. Mit dieser Erkenntnis der Notwendigkeit kompromißlosen Vertrauens auf unser Fühlen, unser Wahrnehmen der Kräfteverhältnisse der Welt, beginnt es. Es zwingt uns zu vollster Aufmerksamkeit und damit sind wir am Anfang. Von hier aus können wir starten zu unserer Vollkommenheit in der Gegenwart.
 
 






WOZU RELIGION?






Religion kann ein Geschäft mit einem fremden "Gott" sein oder ein Weg zur Inspiration.

Die meisten heutigen Kirchgänger sind wenig inspiriert. Sie sorgen sich zu sehr um die gesellschaftlichen Spielregeln, um die Geschäftsordnung. Sie lassen sich gängeln und glauben, daß Gott ihnen ihre Schuld abnimmt, weil sie so brav sind. Aber die biblischen Patriarchen und Propheten waren nicht brav, ganz im Gegenteil. Sie kannten zwar die gesellschaftlichen Spielregeln genau, aber sie ließen sich von ihnen nicht beherrschen. Sie wußten ihre Chancen wahrzunehmen. Für sie war die Religion ein Weg zur Kraft - und es gibt diese Menschen heute noch.

Bei denen, die "Gott" ihre Sünden beichten und bereuen, daß sie so schlecht sind, und sich dann dank magischer Kraft des Glaubens wieder rein und unbefleckt fühlen, bis ihr Maß an Gesetzesübertretungen wieder voll ist, hat die Religion (noch) eine andere Funktion als für die, die "Gott" persönlich kennen, die an sich erfahren haben, welche Kraft die Inspiration ist, wenn es fließt und uns zieht, wenn wir ohne Zweifel tun, wozu es uns drängt. "Ich bin, der ich bin" ist der Ausdruck des Bewußtseins, daß wir unserem eigenen Gefühl folgen, unserer bestmöglichen Wahrnehmung. Die anderen verehren ein unbekanntes, fremdes magisches Wesen, das ihnen aus dem Mund seines Stellvertreters auf Erden die Lebensregeln diktiert und dafür Trost spendet, seine Kraft substituiert. Ihr "Gott" befreit sie von den Härten des eigenen Lernens, indem er ihnen sagt, daß sie nicht daran schuld wären, daß sie so schwach und unfähig sind und daß sie ewig Zeit hätten sich zu bessern. Und so werden sie tatsächlich frei von Schuld; sie können sich gehen lassen und dadurch möglicherweise zu sich selber finden - oder auch nicht. Das Geschäft mit "Gott" ist die Löschung der Schuld durch symbolische Rituale, die den Glauben erzeugen an die Möglichkeit eines Neubeginns ohne Belastung durch die Vergangenheit. Das Problem vieler Religionen ist die Ideologie der Priester, die Beamte geworden und daher von der Vergangenheit schwer belastet sind. Um ihren Einfluß besorgt, sind sie dem Wehen des heiligen Geistes nicht mehr gewachsen. Viele können daher unter dieser "Obhut" nicht zu sich selber finden. Aber auch ihnen bleiben die Vorbilder der Bibel, bis sie sich selber als das magische Wesen entdecken und nun auf die Kräfte selber achten, die an ihnen wirken.

"Ich hin, der ich bin" ist der Gott der Bibel und aller anderen überlieferten Beispiele für das Wirken der Kräfte. Die Geschichte von der Berufung des Mose, z.B., beschreibt, wie die Kraft des Selbst zum Vorschein kommt, die Religionen dann "Gott" nennen:

Es war Zeit. Die unerträglichen Lebensbedingungen der Israeliten zusammen mit ihrem alten Glauben resultierten und konzentrierten sich im Selbstbewußtsein des Moses, der die Initiative ergriff. Mose wußte von der Kraft des Selbst aus den israelitischen Stammesmythen und der Zufall seiner gesellschaftlichen Position prädestinierte ihn zum Anführer. Deshalb drängte es ihn, Kraft zu finden. Er erschlug einen ägyptischen Sklaventreiber, mußte aber im die Wüste fliehen. Sein eigenmächtiger Versuch der Befreiung war fehlgeschlagen. Erst dann, als er das Überleben abseits der Zivilisation erlernt hatte, erkannte er eines Tages seine Chance: Es war heiß in der Wüste und Mose sah von der Ferne einen Dornbusch brennen, der nicht abbrannte. Mose ging näher hin, bis die Erkenntnis ihn bannte, daß dies sein Ort und seine Stunde der Kraft war. Und er verstand, was er zu tun hatte. "Alles ist möglich" hatte ihm die Kraft gesagt" und ihn erschreckt, als sein Stock zur Schlange wurde und sich wieder zurückverwandelte.

Wir kennen die Kräfte des Selbst nicht, aber bei denen, die sie wirken lassen, wirken sie Wunder. Die "Erleuchteten", die "wiedergeboren sind aus dem heiligen Geist", sie tun unglaubliche Dinge.

Der Weg der Inspiration ist es, den die berühmten und die unbekannten Stars aller Zeiten gehen. Auf ihm erreichen sie die ihnen möglichen Stufen der Klarheit und der Kraft. Sie fangen an, an ihre Träume zu glauben und finden, daß sie mehr und mehr wahr werden. Jeder hat vom "Weltgeist" eine andere Berufung und ihr immer weiter zu folgen, ist der einzige Weg zur Kraft.

Wir sind Kinder unserer Zeit, entstanden aus den Kräftekonstellationen unserer Zeit. Und auf diese Zeit, das Jetzt, bezieht sich die Inspiration und die jetzigen Kräfte bringt sie zum Durchbruch, wenn wir es aufgeben, uns dagegen zu sperren. Das ist der Kern der Lehre aller Religionen - nicht der Priester! Sie alle sind sich einig darüber, daß sie über "Gott" nichts wissen, als daß "er" wirkt. "Den Seinen gibts der Herr im Schlaf". Sie haben die Angst vor ihrem Selbst verloren und folgen ihrer Inspiration, die auf wunderbare Weise die richtigen Chancen zum richtigen Zeitpunkt begreift. Die es begriffen haben, hören auf ihre Gefühle und machen sich keine Sorgen. Keine Motivation wirkt besser.
 
 

Religion, so wie die Autoren der "inspirierten" Schriften sie sehen, wie die Propheten und "Gottesmänner" aller Zeiten sie sehen, ist das Angebot des Ausblicks auf die Kraft der Identität, das höchste Ideal, das "Bild" des allerhöchsten im Leben - nicht nach dem Tod - Erreichbaren, ein "Bild des wahren Gottes", ein Bild des Himmels, ein Bild der Göttlichkeit unseres Selbst inmitten der göttlichen Welt und des Weges da hin, der dein Weg zu dir selber ist.

Das ist die eine katholische (= allgemeine) Religion der Welt. Je nach den verschiedenen Bedingungen in den verschiedenen Gegenden der Erde hat die eine Wahrheit die verschiedensten Gestalten angenommen. Wie Gewächse wachsen die Religionen mit ihren Göttern aus dem Erdboden und blühen und tragen Frucht und verwelken und sterben ab. Und Schößlinge sprießen aus dem verfaulten Stamm und finden Grund zum Leben. Daß einige von diesen Pflanzen glauben, sie wären alleinseligmachend, ist auch verständlich, wer glaubt das nicht, darum geht es jedem Wesen. Aber die Religion der "Religionsstifter" geht über jedes Kirchenwesen hinaus. Ihnen geht es um den persönlichen Weg zur Freiheit, nicht zur Geborgenheit im verzeihenden Schutz der anderen Sünder. Die "Religionsstifter" sind Vorbilder, Beispiele der Freiheit, die jeden ermutigen können auf seinem eigenen Weg.

Religion in diesem Sinn befreit Menschen von der Angst vor ihrer Besonderheit, denn "der Geist weht wo er will". Du kommst nicht herum um die "Botschaft", daß du so sein mußt, wie du bist, und daß du nicht so zu sein brauchst wie die anderen. "Sein wie die anderen" ist die Entfremdung, der Mammon, Baal. "Ich bin, der ich bin" ist der eine wahre "Gott" der einen Religion. Er bringt Krieger hervor, der "Herr der Heerscharen".

Die Inspiration ist eine unvergleichliche Führung, treffend und befriedigend. Die "Religionsstifter" weisen den Weg da hin, indem sie das "Reich Gottes" durch Gleichnisse, durch Mythen, entschlüsseln, damit jeder sich darin wiedererkennen und wagen kann, anhand des Vergleichs die eigenen konditionierten Reflexe aufzulösen.

Die Sicherheit der inspirierten Hingabe kann auf verschiedenste Weisen erreicht werden. Persönlichkeiten wie die Mutter Teresa, Martin Luther King oder Gandhi haben die kleinlichen Ängste ihres "Ich" durch ihr "Gottvertrauen" überwunden und ihren Willen, das Höchste ohne Umwege zu erreichen - mithilfe des Zufalls (der "Gnade", wie die Religionen sagen), der gerade sie diesen Weg geführt hat.

Die Disziplin und der Gehorsam in einer "Gemeinschaft der Heiligen", einer Religion, einer Kirche, einem Orden etc., kann Menschen stärken durch die Kraft ihrer Einheit und ihre erprobten Methoden, die von den Zweifeln befreien. Die Kraft der Religion kommt daher, daß sie uns bewegt, unsere Aufmerksamkeit von unserem "Ich" weg nach außen zu lenken und die Herausforderung des Lebens ernst zu nehmen. Aber heute haben nur wenige Menschen Gelegenheit, eine echte Gemeinschaft der Heiligen zu erleben; so schwindet das Vertrauen in die Kirchen, die von der kapitalistischen Revolution überrollt, durch ihre Selbstgerechtigkeit zu Propagandisten der Werte eines fleischlosen und falschen Humanismus geworden sind, während sie gleichzeitig durch eine heute illusorische Moral die Menschen schuldig machen, damit sie die Kontrolle nicht verlieren. Sie können nicht loslassen. Und die sich schuldig fühlen, sich aber gleichzeitig auch gar nicht ändern wollen, zählen zu den Hauptabnehmern ihrer Lehren.

Die "Religionsstifter" erreichen die Inspiration unmittelbar durch ihre Entdeckung des "Ich bin der ich bin", ihrer Identität. Aus einer idealen Konstellation der Kräfte heraus gelangt gerade in ihnen das Selbst zum Durchbruch, nach ihrer Zeit der Entfremdung. Ihre Anhänger folgen ihnen, weil sie die Kraft des Selbst wirken sehen als ihre Chance, selber zur Identität zu gelangen.

Folgen heißt sich unterwerfen, gehorsam sein im Vertrauen auf das wahrgenommene Ideal. Aber die Interpretation des Ideals ist abhängig von den Kräften der Zeit und des Raumes. Der Absolutismus, dem beispielsweise die katholische Kirche heute noch frönt, ist anachronistisch, blind für die Zeit. Die Angst der "Gläubigen" vor dem Aufgeben ihres "Ich" findet seine Entsprechung im dirigistischen Anspruch der Kirchenverwaltungen, der Priester, die auf die heutigen Fragen keine Antwort geben können, weil sie durch ihre vorurteilsvolle, (macht-)dogmatische Einstellung den "Ich bin, der ich bin" nicht mehr kennen. Blinde Führer von Blinden sind sie geworden wie einst die Pharisäer, die die Mücke seihen und das Kamel verschlingen. Trotzdem kann auch heute noch das christliche Lebensmodell für die eine Hilfe sein, die ihre Angst davor schützt, die Schwächen der kirchlichen Offiziale zu sehen, bis sie durch die eigene Erfahrung der erprobten traditionellen Methoden der Kirche so stark geworden sind, daß derartige Widersprüche sie nicht mehr in Zweifel versetzen können.

Für die meisten aber ist heute die Borniertheit der Kirchenfunktionäre ein Hindernis, die Botschaft auf diesem Weg zu begreifen und das macht auch nichts, denn die eine Botschaft kommt von allen Seiten. Die Kirchen sind nicht die Einzigen, die sie haben, sie liegt in der Luft, sie ist allgegenwärtig, sie ist in uns. Auch ohne Mose, Jesus, Mohammed und Krishna kann jeder sie finden - auch ohne Marx und Freud. Die Psychologen (die heutige Staatskirche) sehen sie in der Auflösung des Über-Ich, die Hindus in der Auflösung des "Ich", die Christen in der Auflösung des Eigenwillens und die heutigen Stars sagen "tu was willst", überall geht es um den höchsten Energiefluß durch innere Widerspruchslosigkeit. Verschwinden muß die Angst vor dem Bewußtsein, daß alles so ist wie es sein muß, weil die Kräfte so wirken wie sie wirken und daß wir selber die einzigen sind, die unser Leben verbessern können, indem wir die Verantwortung dafür selber tragen und für nichts anderes. Jede andere Verantwortung ist Götzendienst, Entfremdung. Nur indem wir uns selber helfen, helfen wir den anderen - was nicht ausschließt, daß wir uns selber nicht selten am besten helfen, indem wir anderen helfen.
 
 

DAS TAUSENDUNDERSTE EVANGELIUM

Sei wie du bist! Ist das nicht eine frohe Botschaft? Der "Geist" ist in dir. Du hast alles, was du brauchst für den Anfang. Folge deiner Inspiration und mach dir keine Sorgen um morgen. Und wenn du glaubst, daß du etwas tun solltest, tu es! Solange du dich danach fühlst. Dann wirst du von selber dort hinkommen, wo du hinwillst. Benütze deine Fühler und du wirst merken, von wo her der Wind weht. Es geht von selbst. Das ist die frohe Botschaft.
 
 
 

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Inhaltsverzeichnis
Wer ist hier der Herr?
Ich bin der ich bin
Vernunft & Ideologie
Motivkraft
Die eine Botschaft
Jetzt Hier
Inspiration
Das Nagual

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